Auf einen Blick (Kurzfassung):

Die Modelle im Überblick

ModellIDKontextInput $/MOutput $/M
Claude Fable 5claude-fable-51M10,0050,00
Claude Opus 5claude-opus-51M5,0025,00
Claude Sonnet 5claude-sonnet-51M3,00 (2,00 Intro bis 31.08.2026)15,00 (10,00 Intro)
Claude Haiku 4.5claude-haiku-4-5200K1,005,00

Die Modell-IDs sind vollständig wie angegeben — nie Datums-Suffixe anhängen. Max-Output liegt bei 128K für Fable 5, Opus 5 und Sonnet 5, bei 64K für Haiku 4.5.

Opus 5 ist ein Drop-in-Upgrade auf dem Preisniveau von Opus 4.8 und der Standard für komplexe agentische Arbeit. Fable 5 ist das leistungsfähigste breit verfügbare Modell für die anspruchsvollsten Reasoning- und Langhorizont-Aufgaben — aber nicht der normale Upgrade-Pfad, weil der Preis über Opus-Niveau liegt.

Der Effort-Parameter

output_config.effort ist bei der 5er-Reihe der wichtigste Regler — wichtiger als bei jeder vorherigen Generation. Fünf Stufen: low, medium, high (Default), xhigh, max. In Claude Code steuerst du ihn per /effort oder in /model.

StufeEinsatz
maxExtrem schwere, latenzunkritische Fälle. Kann abnehmenden Grenznutzen zeigen und zu Overthinking neigen.
xhighStartpunkt für Coding und agentische Arbeit. In Claude Code der Default.
highAPI-Default; Startpunkt für alles andere Intelligenz-Sensible.
mediumKostensensible Routinearbeit.
lowKurze, klar umrissene Aufgaben; latenzsensible Workloads.

Die eigentliche Empfehlung für Opus 5: mit xhigh (Coding/agentisch) bzw. high starten — und dann nach unten sweepen. low und medium sind bei Opus 5 ungewöhnlich stark und liefern auf vielen Workloads gute Qualität bei einem Bruchteil von Tokens und Latenz. Effort-Defaults, die von einem älteren Modell übernommen wurden, sind hier fast nie die richtige Einstellung.

Bei xhigh oder max ein großzügiges max_tokens setzen (ab 64K), damit Thinking und Tool-Calls Platz haben.

Anthropics Diagnose-Regel für Claude Code

Breaking Changes bei Opus 5

1. Thinking ist per Default an

Ein Request ohne thinking-Parameter denkt bei Opus 5 — anders als bei Opus 4.8 und 4.7, wo Weglassen „kein Thinking" bedeutete. thinking: {type: "adaptive"} ist äquivalent zum Default.

Stiller Kosten- und Abschneide-Effekt: max_tokens ist eine harte Obergrenze für Thinking plus Antworttext. Ein Workload, der unter 4.8 ohne Thinking lief und max_tokens knapp um die Antwort herum dimensioniert hat, wird jetzt mitten im Satz abgeschnitten. Jede Route ohne explizites thinking überprüfen.

2. Thinking abschalten ist auf high gedeckelt

thinking: {type: "disabled"} zusammen mit xhigh oder max gibt einen 400. Die Prüfung läuft pro Request — ein späterer Request, der den Effort anhebt, während Thinking noch deaktiviert ist, wird abgelehnt, auch wenn frühere Requests derselben Konversation durchgingen.

3. Zwei Fehlermodi bei abgeschaltetem Thinking

Betrifft nur Code, der thinking: disabled explizit setzt:

Beides löst man am besten, indem man Thinking anlässt und stattdessen den Effort senkt. Wenn abschalten sein muss: „Du darfst vor einem Tool-Aufruf einen kurzen Satz sagen" ergänzen, jede „denke nicht"-Regel löschen (sie verschlimmert das Tag-Leck) und generisch formulieren: „Gib keine internen oder System-XML-Tags in deiner Antwort aus" — Thinking-Tags namentlich zu nennen wirkt messbar schlechter.

4. Weiter ungültig (seit Opus 4.7)

Prompt Caching in der 5er-Reihe

Die Mindestlänge für cachebare Präfixe ist nicht monoton über die Generationen:

ModellMinimum
Opus 5, Fable 5512 Tokens
Opus 4.8, Sonnet 5, Sonnet 4.6, Sonnet 4.51.024 Tokens
Opus 4.72.048 Tokens
Opus 4.6, Opus 4.5, Haiku 4.54.096 Tokens

Opus 5 halbiert das Minimum von Opus 4.8. Prompts, die man als „zu kurz zum Cachen" abgeschrieben hatte, erzeugen jetzt ohne Codeänderung Cache-Einträge. Wer unterhalb des Minimums bleibt, bekommt keinen Fehler — nur cache_creation_input_tokens: 0.

Zusätzlich bei Opus 5 (und Opus 4.8, Fable 5): Mid-Conversation-System-Messages. Ein {"role": "system", ...}-Eintrag in messages[] fügt eine Operator-Instruktion mitten in der Konversation hinzu, ohne den gecachten Präfix zu invalidieren. Nicht verfügbar bei Sonnet 5.

Prompt-Anpassungen: was jetzt anders ist

Das ist der Teil, der am wenigsten intuitiv ist. Mehrere Gewohnheiten aus der 4er-Reihe schaden bei Opus 5 aktiv.

Verifikations-Scaffolding löschen

Opus 5 verifiziert seine eigene Arbeit, ohne dass man es verlangt. Anweisungen, die Verifikation anordnen („füge für praktisch jede nicht-triviale Aufgabe einen abschließenden Verifikationsschritt hinzu", „nutze einen Subagent zur Verifikation") führen jetzt zu Über-Verifikation. Das Entfernen reduziert sie ohne Qualitätsverlust — es ist ein Löschen, kein Umformulieren. Auch Formulierungen im Prompt wie „prüfe deine Antwort noch einmal" lösen dieselbe Mehrarbeit aus. Das invertiert eine übliche Prompting-Best-Practice: „lass Claude sich selbst prüfen" ist im Allgemeinen guter Rat und hier falsch.

Verbosity: Effort ist nicht der Hebel

Opus 5 schreibt längere Antworten als Vorgängermodelle. Den Effort zu senken verkürzt den sichtbaren Output nicht zuverlässig — es verschiebt nur das Thinking-Volumen. Prompting wirkt: in Tests kürzte eine kurze Prägnanz-Anweisung die Antwortlänge um rund 20 %.

Keep responses focused, brief, and concise to avoid overwhelming
the person. Disclaimers and caveats are brief, with most of the
response on the main answer; when asked to explain something, give
a high-level summary unless an in-depth one is specifically requested.

Bei langen System-Prompts zusätzlich eine Kurzerinnerung ans Ende setzen:

<tone_preference>
Keep outputs reasonably concise.
</tone_preference>

Geschriebene Deliverables

Getrennt von der Gesprächs-Verbosity: Dateien, die Opus 5 auf die Platte schreibt — Reports, Markdown-Dokumente, Zusammenfassungen — sind oft deutlich länger als früher. Explizit kalibrieren: „Passe die Länge geschriebener Deliverables (besonders Markdown-Dateien) an das an, was die Aufgabe braucht; kein Auffüllen mit Filler-Sektionen, redundanten Zusammenfassungen oder Boilerplate."

Scope-Disziplin

Opus 5 fügt gelegentlich Schritte hinzu, die nicht verlangt waren, oder wendet eigenes Urteil darüber an, was die Aufgabe sein sollte. Diese Anweisung reduzierte Scope-Änderungen in Tests nahezu auf null, ohne übermäßige Rückfragen zu erzeugen:

Deliver what the user asked for, at the scope they intended.
Interpret ambiguity the way a careful colleague would: make routine
judgment calls yourself, and check in only when different readings
would lead to materially different work. If you conclude the ask is
mistaken or a better approach exists, say so in a sentence and keep
going with the task as asked. Finish the whole task, not just the
easy part of it — only report completion when it's fully done.

Delegation begrenzen — Richtungswechsel gegenüber 4.8

Opus 4.8 griff zu selten zu Subagents und brauchte Anweisungen, die Delegation fördern. Opus 5 delegiert bereitwillig — was Kosten und Latenz vervielfacht, weil jeder Subagent Kontext neu aufbaut, neu exploriert, zurückmeldet und der Koordinator den Bericht wieder liest. Wer Opus 4.8 „delegiere mehr"-Anweisungen hinzugefügt hat, sollte sie entfernen und stattdessen ein Limit setzen. Für Claude Code heißt das konkret: Vorsicht mit Agent Teams (≈ 7 × Tokens) und bei sehr knappen Kontingenten.

Selbstkorrekturen kürzen

Opus 5 kommentiert eigene frühere Fehler ausführlicher, was in einem nutzersichtbaren Produkt wie Hin-und-Her wirkt. Kern der Gegenanweisung: nur korrigieren, wenn der Fehler die Entscheidungen des Nutzers ändert; keine Entschuldigungen, kein Aufzählen vergangener Fehler; und eine Rückfrage zu früherer Arbeit ist für sich kein Signal, dass etwas falsch war.

Code-Review: Severity-Filter drücken den Recall

Unverändert seit 4.7/4.8: Wenn ein Review-Prompt „melde nur High-Severity-Issues" oder „sei konservativ" sagt, befolgt die 5er-Reihe das wörtlich. Sie findet die Bugs, meldet sie aber nicht. Die Präzision steigt, der gemessene Recall fällt — obwohl die Bug-Findung besser geworden ist. Besser: alles melden lassen mit Confidence und Severity, und in einem separaten Schritt filtern.

Sonnet 5

Haiku 4.5

Schnellstes und günstigstes Modell, 200K Kontext, 64K Output. In Claude Code vor allem als model: haiku in der Subagent-Konfiguration sinnvoll: einfache, klar umrissene Recherche- oder Verarbeitungsaufgaben, deren Output ohnehin nur als Zusammenfassung zurückkommt. Achtung: eigener Rate-Limit-Pool, getrennt von Haiku 3.x, und mit 4.096 Tokens ein hohes Cache-Minimum.

Fable 5

Nur wählen, wenn es explizit gewünscht ist — der Preis liegt über Opus-Niveau, und der Standard-Upgrade-Pfad bleibt claude-opus-5. Besonderheiten:

Refusals abfangen

Opus 5, Sonnet 5 und Fable 5 haben verschärfte Cyber-Sicherheitsklassifikatoren. Eine abgelehnte Anfrage kommt als HTTP 200 mit stop_reason: "refusal" zurück, nicht als Fehler. Code, der bedingungslos response.content[0] liest, bricht.

if response.stop_reason == "refusal":
    handle_refusal()          # content ist leer oder partiell
else:
    print(response.content[0].text)

Immer auf stop_reason verzweigen, nie auf stop_details — letzteres ist informativ und kann auch bei einer Ablehnung null sein. Bei eigenen API-Integrationen zusätzlich fallbacks: "default" (Beta-Header server-side-fallback-2026-07-01) setzen, statt ein Modell hart zu verdrahten: die Weiterleitung erfolgt nach Refusal-Kategorie, Cyber-Ablehnungen gehen an Opus 4.8.

Zusammengefasst

Effort sweepen

xhigh bzw. high als Start, dann nach unten testen. low/medium sind bei Opus 5 stärker als erwartet.

Verifikation löschen

Selbstprüfungs-Anweisungen entfernen — sie erzeugen jetzt nur Mehrarbeit.

Prägnanz prompten

Effort kürzt den Output nicht. Eine explizite Anweisung schon.

Delegation deckeln

Opus 5 delegiert von sich aus reichlich — alte „delegiere mehr"-Regeln entfernen.

max_tokens prüfen

Thinking ist an und zählt gegen dasselbe Budget wie der Antworttext.

Spec nach vorn

Langhorizont-Arbeit läuft am besten mit vollständiger Spezifikation im ersten Turn.